Häufig gestellte Fragen

F: Was ist eigentlich Strahlentherapie?

A: Als Strahlentherapie bezeichnet man den Einsatz von verschiedenen Arten von Strahlung um Krebs und andere Erkrankungen sicher und effektiv zu behandeln. Strahlentherapeuten (= Radioonkologen) setzen Bestrahlungen ein um Krebserkrankungen zu heilen oder aber Symptome wie z. B. Schmerzen zu lindern. Strahlentherapie wirkt durch die Zerstörung von Krebszellen, wobei normale gesunde Zellen sich wieder erholen können, was den Krebszellen kaum möglich ist. Neuartige moderne Behandlungsverfahren ermöglichen es heute den Ärzten für Strahlentherapie die Strahlen noch präziser zu steuern und damit gesundes Gewebe besser zu schonen.

In manchen Fällen ist Strahlentherapie die einzige Behandlungsmethode, die ein Patient benötigt, manchmal ist sie Bestandteil einer Behandlung, die in verschiedenen Schritten mit z. B. Operation und Chemotherapie erfolgt. Beispielsweise werden Prostatakrebs und Stimmbandkrebs oft alleine durch Bestrahlung geheilt, wohingegen bei Brustkrebs meist Operation, Chemotherapie und Bestrahlung erforderlich sind.
Etwa zwei Drittel aller Krebspatienten erhalten im Verlauf ihrer Behandlung eine Strahlentherapie.

Strahlentherapie kann auch eingesetzt werden um eine voraus gegangene Primärtherapie effektiver zu machen: Beispielsweise kann die Strahlentherapie vor Durchführung einer Operation dabei helfen den Tumor zu verkleinern und eine weniger ausgedehnte Operation ermöglichen (neoadjuvante Therapie), oder im Anschluss an eine Operation kann die Strahlentherapie kleine Tumorreste beseitigen, die bei der Operation zurück geblieben sind.

Wir können für Sie die Bestrahlung in unterschiedlichster Weise einsetzen. Wenn es dabei um die Heilung einer Krebserkrankung geht kann das Ziel der Strahlentherapie darin bestehen, Tumore zu zerstören, die sich noch nicht in andere Teile des Körpers ausgebreitet haben, oder das Risiko zu minimieren, dass der Tumor nach vorausgegangener Operation und/ oder Chemotherapie wieder auftreten könnte.

In anderen Fällen besteht das Ziel in einer Linderung von Beschwerden und Besserung der Lebensqualität, dann spricht man von palliativer Therapie. In weiter fortgeschrittenen Krankheitsstadien kann Strahlentherapie z. B. Tumoren verkleinern, die zu Atemnot, Schmerzen oder anderen Problemen führen. Das für Sie mögliche Behandlungsziel wird vor Durchführung der Therapie ausführlich mit Ihnen besprochen.

F: Welche unterschiedlichen Arten von Strahlentherapie gibt es?

A: Das Ziel der Strahlentherapie besteht prinzipiell darin eine Strahlendosis zu verabreichen, die für eine Tumorzerstörung ausreichend hoch ist und dabei gleichzeitig Schädigung von gesundem Gewebe zu vermeiden. Die kann man auf unterschiedliche Weise erreichen. Je nach Lokalisation, Größe und Art des Tumors können eine oder mehrere verschieden Behandlungsformen für Sie in Frage kommen. Beim Aufklärungs- und Informationsgespräch werden Sie von einem Arzt aus unserem Team dazu umfassend beraten.
Strahlentherapie kann prinzipiell auf zwei unterschiedlichen Wegen verabreicht werden:
Durch äußere sog. Perkutane Strahlentherapie (Teletherapie) oder in vereinzelten Fällen als innere Kurzdistanz-Bestrahlung (Brachytherapie), bei der eine Strahlenquelle ins Körperinnere bewegt wird (Afterloading).

F: Ist Strahlentherapie sicher?

A: Das Prinzip der Strahlentherapie wird seit mehr als 100 Jahren erfolgreich zur Behandlung von Patienten eingesetzt. Beeindruckende Fortschritte der Computertechnik haben in der letzten Zeit die Möglichkeiten moderner Strahlentherapie jedoch erheblich revolutioniert. Damit kann garantiert werden, dass die Behandlungen sicher und effektiv durchgeführt werden. Bevor Ihre Bestrahlung beginnt, wird das Team der Strahlentherapie für Sie sorgfältig einen individuellen und maßgeschneiderten Bestrahlungsplan erstellen um damit eine sichere und präzise Therapie zu gewährleisten. Auch während des Behandlungszeitraums wird durch Mitglieder unseres Teams Ihr Bestrahlungsplan mehrfach überprüft und kontrolliert. Durch spezielle elektronische Schutzschaltungen und Computer werden die Behandlungsgeräte permanent mehrfach zu Ihrer Sicherheit überwacht um somit die Korrektheit Ihrer Behandlung zu sichern.

F: Erfolgt die Bestrahlung „punktgenau“?

A: Durch diagnostische Untersuchungen vor der Bestrahlung und durch zusätzliche spezielle Untersuchungen für die Bestrahlungsplanung erhalten wir ein präzises Abbild Ihres Körpers mit seinen erkrankten und gesunden Organen. Durch hoch moderne und sehr aufwändige Computersysteme wird in einem mehrschrittigen und komplizierten Prozess der für Sie beste Bestrahlungsplan individuell erstellt (3D-Bestrahlungsplanung). Durch zusätzliche Maßnahmen, wie Verwendung von speziellen Lagerungs- und Immobilisierungsutensilien für die täglichen Bestrahlungen sowie durch meist tätowierte Hautmarkierungen werden die Patienten mit einem Laser-Positionierungssystem täglich aufs Neue in der Tat „punktgenau“ gelagert und bestrahlt.

F: Werde ich verstrahlt oder darf ich mich Schwangeren oder Säuglingen nähern?

A: Bei der modernen äußeren Strahlentherapie oder Afterloading-Brachytherapie wird von Ihrem Körper nach der Behandlung keinerlei Strahlung ausgehen, da keine Strahlung im Körper verbleibt. Sie werden also nicht „radioaktiv“ und können somit bedenkenlos Umgang mit Schwangeren, Säuglingen, alten oder kranken Menschen haben.

F: Kann ich von Strahlentherapie Krebs bekommen?

A: Dieses Risiko ist tatsächlich nur sehr klein, am wichtigsten ist die Heilung der vorliegenden Krebserkrankung. In aller Regel ist der Nutzen einer Bestrahlung beträchtlich größer als deren mögliche Nebenwirkungen. Wenn Sie zum Beispiel rauchen ist das Wichtigste, was Sie zur Vermeidung einer zweiten Tumorerkrankung beitragen können, mit dem Rauchen aufzuhören!

F: Hat Strahlentherapie Nebenwirkungen?

A: Moderne Strahlentherapie wird üblicherweise gut vertragen, und viele Patienten können ihre normalen Lebensgewohnheiten beibehalten. Unter gewissen Umständen und abhängig von der behandelten Körperregion können manchmal auch unangenehme Nebenwirkungen auftreten, die meist nur vorübergehend sind. Unser Team wird Sie beim Auftreten von Nebenwirkungen bei deren Behandlung unterstützen und über wichtige Verhaltensmaßregeln beraten. Im Aufklärungsgespräch vor der Therapieentscheidung wird ein Arzt aus unserem Team diese Fragen bezogen auf Ihre persönliche Situation ausführlich mit Ihnen erörtern.

F: Wie ist der Ablauf - werde ich beim ersten Termin gleich bestrahlt?

A: Das erste Zusammentreffen dient dazu, dass sich einerseits ein Arzt aus unserem Team einen Eindruck davon verschaffen kann, welche Form der Behandlung in Ihrer Situation die beste ist, bzw. ob Strahlentherapie für Sie derzeit in Frage kommt. Andererseits haben Sie dabei Gelegenheit, die für Sie wichtigen Fragen zu stellen und sich einen Eindruck über die Therapie zu verschaffen, die Ihnen vorgeschlagen wird.
Nach einem Gespräch und einer körperlichen Untersuchung wird festgelegt, ob zusätzliche Untersuchungen erforderlich sind um ggf. noch offene Fragen zu beantworten. Manchmal wurde das Konzept in einer vorausgegangenen Tumorkonferenz von den beteiligten Ärzten bereits festgelegt. Wenn das Konzept fest steht und Sie mit der vorgeschlagenen Therapie einverstanden sind, wird meist ein Termin zur Durchführung der CT-Planung vereinbart. Einige Tage später folgt dann die Einzeichnung (Simulatorverifikation). Meist am darauf folgenden Arbeitstag erfolgt die erste Bestrahlung, dabei werden dann weitere Termine für die folgenden, meist werktäglich durchgeführten Bestrahlungen mit Ihnen vereinbart.

F: Welche Unterlagen muss ich zum ersten Beratungsgespräch mitbringen?

A: Je mehr Informationen wir über Sie und Ihre Erkrankung haben, desto besser können wir die für Sie richtige Behandlung planen! Im Zusammenhang mit der Erkennung Ihrer Erkrankung werden meist zahlreiche Untersuchungen durchgeführt, deren Ergebnisse für die weiteren Entscheidungen von großer Wichtigkeit sind.
Bitte bringen Sie von zu Hause alle schriftlichen Informationen (Arztbriefe, radiologische Befundberichte, aktuelle Blutwerte etc.) sowie Bilder von radiologischen Untersuchungen (in Form von Filmen, Ausdrucken oder gerne in elektronischer Form auf CD-ROM) sowie eine Auflistung der von Ihnen eingenommenen Medikamente zum Beratungsgespräch mit. Dadurch helfen Sie, unnötige Verzögerungen oder Wiederholungen von Untersuchungen zu vermeiden. Bitten Sie Ihren Arzt, der Sie zur Strahlentherapie überweist, Ihnen möglichst umfassende Unterlagen mitzugeben.

F: Wie erkenne ich, ob die Behandlung den gewünschten Erfolg erbracht hat?

A: Üblicherweise werden einige Wochen nach Abschluss der Strahlentherapie weitere Untersuchungen folgen, die gemeinsam vom Team der Ärzte, die an der Erkennung sowie Behandlung Ihrer Erkrankung beteiligt waren, veranlasst werden. Damit wird kontrolliert, ob sich etwa aufgetretenen Nebenwirkungen nach der Therapie regelrecht wieder zurückgebildet haben und das Therapieergebnis die gewünschten Resultate zeigt. Abhängig davon wird auch entschieden werden, ob ggf. noch weitere andere Behandlungen wie Chemotherapie oder Operation erfolgen müssen. Sie werden beim Abschlussgespräch der Strahlentherapie die dazu notwendigen Informationen erhalten.

F: Was sonst muss ich noch wissen oder beachten?

A: Zu Ihrer Information haben wir eine Informationsbroschüre über die technischen Aspekte der Strahlentherapie „Strahlentherapie von A – Z“ sowie über unser Team und unsere RäumlichkeitenWir über uns“ für Sie zum Herunterladen auf unserer Internetseite bereitgestellt. Natürlich können Sie diese Broschüren bei uns auch in gedruckter Form erhalten.


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